Installationen

Installationen wie „Demenz verändert Wahrnehmung“, „Art-Genealogie“ oder „Kleider machen Leute“ versuchen eine Vernetzung von Malerei, Fotografie und Objektkunst mit modernen digitalen Medien zu vernetzen, um alltägliche Probleme konzeptionell neu zu arrangieren. Ganz neu ist die Installation „Glücksparcours“:

Ironische Sprüche zum Thema „Glück“ wurden auf 10 transparente Folien geschrieben und dazu entsprechende Motive gemalt, die die Zitate aufgreifen und den Betrachter zum Schmunzeln bringen. Der Besucher soll durch den Parcours des flatterhaften Glücks gehen, sich die Bilder von allen Seiten und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, um Glücksgefühle neu wahrzunehmen. Denn Glücksgefühle werden durch die Ausschüttung von Hormonen und Neurotransmittern verursacht, die bei Bewegung produziert werden. Schon ein kleines Lächeln setzt im Stammhirn Vorgänge in Gang, die unsere Glücksgefühle ankurbeln und Wohlbefinden erzeugen. Doch gute Gefühle kommen und gehen. Die Installation soll dazu animieren, die positive Stimmung nicht krampfhaft festzuhalten, sondern einfach häufiger positive Augenblicke – wie das Schmunzeln über einen witzigen Spruch – in unser Leben zu integrieren.

Bei der Installation „Demenz verändert Wahrnehmung“ versuchte die Künstlerin den Blick einer dementen Person mit der Kamera einzufangen. Das Ergebnis waren ausschnitthafte Bilder der Gewalt und Anstrengung. In einem weiteren Schritt ordnete die Künstlerin die Bilder so an, dass sie keinen Zusammenhang ergeben – ähnlich der Wahrnehmung einer dementen Person. Als weitere Ebene fügte sie die Sprachebene in Form einer Höraufnahme hinzu.

Bei der Installation „Kleider machen Leute“ wurden Kleidungsstücke auf Folie gemalt. Hinzugefügt wurden Zitate von Künstlern oder Politikern zum Thema Kleidung. Diese malten Kleidungsstücke wurden wie feuchte Wäsche auf die Wäscheleine gehängt.

Das Projekt „Art-Genealogie“ beschäftigt sich mit einem sehr beliebten Thema, der Familienforschung. Während die Genealogie mithilfe einer wissenschaftlichen Methode die historische Genese verschiedener Sachverhalte analysiert, findet hier eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema statt.
Zwölf mit Sisalfäden, Naturmaterialien und Acrylfarben gestaltete Porträtdarstellungen werden in drei Reihen untereinander aufgehängt. Auf diesen Bildern werden mithilfe eines Beamers alte und neue Familienfotos projiziert, so dass sich die Ebenen der Malerei und Fotografie überlagern. Auf den Bildern können hintereinander Fotos des Urgroßvaters, des Onkels, des Bruders oder des Vaters projiziert werden.
Fotoebene und Leinwandebene ergänzen sich. Zeiten werden gemischt. Das, was der Betrachter nacheinander sieht, wird gleichzeitig. Vergangenheit und Gegenwart verlaufen parallel, wirken ineinander. Dies entspricht der These von Henri Bergson, der von einer generellen Koexistenz von Vergangenheit und Gegenwart als zwei koexistierenden Sphären spricht.

 

„Fleckenlos rein?“
Für die im Mai 2017 geplante Ausstellung im Kloster Bentlage (Rheine) wurden drei 580 cm lange und 148 cm breite Stoffbahnen entwickelt, die auf die ehemalige Bleichwiese nebeneinander gelegt werden. Diese Stoffbahnen sollen an die Funktion dieser Wiese erinnern. Bis zur Auflösung des Klosters wurde über Jahrzehnte die weiße, frisch gewaschene Wäsche in die Sonne zum Bleichen gelegt, damit diese wieder strahlend hell, sauber und fleckenlos wird. Das Weiß der Kleidung sollte makellos wirken. Die Farbe Weiß wird somit zum Zentrum der Auseinandersetzung mit der Funktion der Bleichwiese. Deshalb wurden an den Rändern der Stoffbahnen Assoziationen zur Farbe Weiß geschrieben. Dabei tauchen Begriffe wie distanziert, zurückhaltend, rein, sauber und unnahbar auf. Da innerhalb eines Klosters hauptsächlich die weißen Messuntergewänder hier gebleicht wurden, wurden auf den drei Stoffbahnen jeweils drei Messuntergewänder in unterschiedlichen Weißtönen gemalt. Auf den Messuntergewändern wurden das Vater unser, das Glaubensbekenntnis und ein Gebet in verschiedenen Sprachen – stellvertretend für die Dreifaltigkeit – notiert.